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07. Juli 2015 / 0 Kommentare

Gesundheit , Zahnpflege

Wie entstehen empfindliche Zähne und Zahnhälse, und was kann man dagegen tun?

Durch das Innere jedes lebenden Zahnes zieht sich der entsprechende Zahnnerv, der Berührungs-, Temperatur- und Schmerzreize blitzschnell an das Gehirn weiterleiten kann. Wie empfindlich diese Nerven sind, weiß jeder, der schon einmal Zahnschmerzen hatte – sei es nach dem Beißen auf einen zu harten Gegenstand, wegen eines Lochs im Zahn oder nach einer Zahnbehandlung. Schmerz- oder temperaturempfindliche Zähne können aber auch von Karies und undichten Stellen beispielsweise an Kronen und Brücken.

Unter dem harten Zahnschmelz, der obersten Schicht des Zahnes, liegt die weichere Dentinschicht. Durch dieses Untermaterial, in das der Zahnnerv eingebettet ist, ziehen sich viele feine Kanäle, die so genannten Dentinkanälchen – mehrere tausend an jedem Zahn. So lange der Zahnschmelz und das Zahnfleisch intakt sind, umhüllen und bedecken sie das Dentin und die Enden der Dentinkanälchen zur Gänze, und der Zahn ist vor Reizen gut geschützt. Zwar sind auch gesunde Zähne kälteempfindlich und wärmeempfindlich und können auf eiskalte oder sehr heiße Speisen und Getränke reagieren. Doch der leichte Schmerz ist üblicherweise gut auszuhalten und schnell wieder vorbei. Anders sieht es bei übermäßig sensitiven oder temperaturempfindlichen Zähnen, Schäden am Zahnschmelz oder freiliegenden Zahnhälsen aus. 

Empfindliche Zähne und freiliegende Zahnhälse können auch repariert werden

Die beste Art, Parodontitis zu verhindern, ist die Prophylaxe. Mit guter Zahnpflege und Mundhygiene sowie regelmäßigen Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt lässt sich Zahnfleischbluten und entzündungsbedingtem Zahnfleischschwund wirksam vorbeugen. Eine bereits bestehende Parodontitis muss zuerst behandelt werden und zum Stillstand kommen, ehe der Zahnarzt die Schäden reparieren kann.

Je nach Befund bieten sich verschiedene Therapiemöglichkeiten an. So kann der Arzt die Zahnhälse mit einem speziellen Lack oder einer dünnen Kunststoffschicht überziehen, damit das Dentin wieder geschützt ist. Tiefergehende Defekte lassen sich mit einer Zahnhalsfüllung reparieren, oder der komplette Zahn wird mit einer Krone versehen.

Ist nur die sichtbare Zahnseite geschädigt oder das Problem vor allem ästhetischer Natur, können Veneers eine Alternative sein. Das sind hauchdünne Verblendschalen aus Keramik, die auf die Zahnoberfläche geklebt werden. Veneers gelten als Zahnersatz, da sie wie Kronen oder Inlays im Dentallabor auf Maß gefertigt werden. Sie zählen jedoch nicht zu den Kassenleistungen.

Wenn das Zahnfleisch bereits weit zurückgegangen ist, kommt auch eine Zahnfleischtransplantation in Frage. Bei dieser parodontalchirurgischen Maßnahme wird Zahnfleisch von einer geeigneten Stelle entnommen und über den freiliegenden Zahnhals gelegt, wo es mit dem noch vorhandenen Zahnfleisch fest zusammenwächst.

Wer von Natur aus besonders empfindliche Zähne hat oder als Angstpatient heftiger auf Schmerzreize reagiert, sollte mit seinem Zahnarzt darüber sprechen. Um den Schmerz bei einer neuen Füllung oder Krone zu lindern, kann während der Behandlung eine beruhigende Substanz in den Zahn eingebracht werden.

Empfindliche Zähne durch freiliegende Zahnhälse

Der Zahnhals, an dem besonders viele Dentinkanälchen münden, ist normalerweise vom Zahnschmelz und weiter unten vom Zahnfleisch bedeckt. Bei vielen Menschen liegen jedoch die Zahnhälse zumindest teilweise frei. Die häufigste Ursache dafür ist Parodontitis, eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparats. Je weiter diese Erkrankung fortschreitet, umso weiter zieht sich das Zahnfleisch zurück.

Es gibt aber auch einen nicht entzündlichen Zahnfleischrückgang, der in aller Regel durch falsche Zahnputztechnik verursacht wird. Zu langes und zu häufiges Zähneputzen, druckvolles Hin- und Herschrubben statt sanfter, kreisförmiger Putzbewegungen und die Verwendung einer zu harten Zahnbürste können das Zahnfleisch auf Dauer so stressen und verletzen, dass es sich zurückzieht. Dann fehlt dem Zahnhals dort seine Schutzschicht, und die Öffnungen der Dentinkanälchen liegen frei. Im schlimmsten Fall können sich die Zähne sogar im Kiefer lockern, so dass sie wackeln oder ausfallen.

Lassen sich empfindliche Zähne mit spezieller Zahncreme desensibilisieren?

Spezielle Zahnpasten, Spülungen und Gels aus der Apotheke oder Drogerie versprechen Hilfe bei schmerzempfindlichen Zähnen und freiliegenden Zahnhälsen. Zwar können diese Mittel kein verlorengegangenes Zahnfleisch ersetzen und auch die im Lauf der Jahre erworbenen Zahnschmelzdefekte nicht reparieren. Doch sie helfen tatsächlich, denn sie legen sich wie ein Schutzfilm auf empfindliche Zähne und verschließen damit auch die freiliegenden Öffnungen der Dentinkanälchen, so dass Temperatur- und Berührungsreize nicht mehr direkt an den Zahnnerv weitergeleitet werden. Überdies enthalten sie beruhigende und kräftigende Wirkstoffe.

Um die Überempfindlichkeit der Zähne nachhaltig zu lindern, ist es allerdings erforderlich, die entsprechende Zahnpasta oder Zahnspülung regelmäßig anzuwenden – zwei Mal am Tag ist empfehlenswert. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann zusätzlich seinen Zahnarzt zu den verschiedenen Produkten befragen und seinen Rat einholen.

Viele der angebotenen Mittel gegen empfindliche Zähne sind nur für Erwachsene geeignet und können bei Kindern zu Störungen des Fluoridhaushalts oder der Zahnschmelzbildung führen. Vor allem Kinder, aber auch Erwachsene, die zusätzlich Fluoride einnehmen, sollten die Verwendung von Spezialprodukten zur Zahnpflege immer mit dem Arzt abstimmen.


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