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Gesundheit , Zahnpflege , Optimiert

Wie entstehen empfindliche Zähne und Zahnhälse, und was kann man dagegen tun?

Durch das Innere jedes lebenden Zahnes zieht sich der entsprechende Zahnnerv, der Berührungs-, Temperatur- und Schmerzreize blitzschnell an das Gehirn weiterleiten kann. Wie empfindlich diese Nerven sind, weiß jeder, der schon einmal Zahnschmerzen hatte – sei es nach dem Beißen auf einen zu harten Gegenstand, wegen eines Lochs im Zahn oder nach einer Zahnbehandlung. Schmerz- oder temperaturempfindliche Zähne können aber auch von Karies und undichten Stellen herrühren, beispielsweise an Kronen und Brücken.

Unter dem harten Zahnschmelz, der obersten Schicht des Zahnes, liegt die weichere Dentinschicht. Durch dieses Untermaterial, in das der Zahnnerv eingebettet ist, ziehen sich viele feine Kanäle, die so genannten Dentinkanälchen – mehrere tausend an jedem Zahn. Solange der Zahnschmelz und das Zahnfleisch intakt sind, umhüllen und bedecken sie das Dentin und die Enden der Dentinkanälchen zur Gänze, und der Zahn ist vor Reizen gut geschützt. Zwar sind auch gesunde Zähne kälte- und wärmeempfindlich und können auf eiskalte oder sehr heiße Speisen und Getränke mit einem Schmerzreiz reagieren. Doch der leichte Schmerz ist üblicherweise gut auszuhalten und schnell wieder vorbei. Anders sieht es bei übermäßig sensitiven oder temperaturempfindlichen Zähnen, Schäden am Zahnschmelz oder freiliegenden Zahnhälsen aus.

Ursachen für empfindliche Zähne

Freiliegende Zahnhälse, die häufigste Ursache für empfindliche Zähne, sind die Folge von Zahnfleischrückgang. Das Zahnfleisch bedeckt an den Zahnhälsen das empfindliche Dentin und schützt es vor direkten Reizen. Kann es diese Schutzfunktion nicht mehr erfüllen, weil es sich immer mehr zurückbildet, können Hitze, Kälte, mechanische oder chemische Reize direkt auf den Zahnnerv wirken und ein intensives Schmerzempfinden auslösen.

Bakterien im Mund können nicht nur die Zähne angreifen, sie siedeln sich auch im Weichgewebe an und können dort Entzündungen auslösen. Eine Gingivitis, also eine Zahnfleischentzündung, äußert sich mit Schwellungen und Rötungen des Zahnfleisches und durch Blut auf der Bürste oder im Speichel. Diese frühen Warnsignale sollten nicht ignoriert werden, um ein Übergreifen der Entzündung auf den gesamten Zahnhalteapparat (Parodontitis) zu verhindern.

Beim Zähneputzen kommt es nicht nur auf die Regelmäßigkeit an, sondern auch auf die richtige Putztechnik: Optimal ist es, die Zähne ohne Druck mit einer fegenden Bewegung vom Zahnfleisch zum Zahn zu reinigen, um Bakterien nicht in die den Zahn umgebende Zahnfleischtasche zu putzen. Eine Zahnbürste mit weichen Borsten ist schonender für das Zahnfleisch und verhindert, dass dieses beim Putzen verletzt wird, zudem sollte die Bürste regelmäßig, spätestens nach 2 bis 3 Monaten, ersetzt werden. Wer beim Zähneputzen ganz sicher sein will, sollte eine elektrische Zahnbürste verwenden, die zudem deutlich gründlicher Plaque und Bakterien entfernt als eine Handzahnbürste.

Eine häufige Folge einer falschen Zahnputztechnik sind keilförmige Defekte im Bereich des Zahnhalses. Diese dreieckigen Aushöhlungen zwischen Zahnfleisch und Zahnhals können auch durch dauerhaftes Zähneknirschen entstehen und sich durch zu harte Borsten oder hohen Anpressdruck vergrößern.

Viele Menschen leiden zunächst an den Eckzähnen und Prämolaren unter einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit. Die Ursache hierfür liegt in der Anatomie des Kieferknochens, der in diesem Bereich weit nach außen steht und so gefährdeter für einen schleichenden Zahnfleischschwund ist.

Auch einige Eingriffe und Behandlungen beim Zahnarzt können das Zahnfleisch verletzen, etwa die Versorgung mit Kronen oder Brücken oder die Behandlung einer Parodontitis.

Schmerzempfindliche Zähne: Das können Sie tun

Die beste Vorbeugung gegen schmerzempfindliche Zähne ist eine regelmäßige Zahnpflege. Verwenden Sie eine weiche Zahnbürste und lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt beraten, wenn Sie Fragen zur richtigen Putztechnik haben. Auch sollten Sie mindestens einmal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung vornehmen lassen, um Zahnstein und hartnäckige Beläge auch an schwer zugänglichen Stellen zu entfernen und so die Basis für gesundes, vitales Zahnfleisch zu legen.

Leiden Sie bereits unter schmerzempfindlichen Zähnen, können Sie die mit einer speziellen Zahnpasta reinigen und versiegeln. Diese enthalten spezielle Inhaltsstoffe, die die freiliegenden Dentinkanälchen verschließen und so die Weiterleitung des Schmerzreizes unterbinden. Zusätzlich können Sie eine Mundspülung verwenden, die freiliegende Zahnhälse schützt. Diese sind in jedem Drogeriemarkt oder in Apotheken erhältlich.

Wann sollten Sie zum Zahnarzt gehen?

Grundsätzlich ist es immer sinnvoll, bei Zahnschmerzen nicht abzuwarten, sondern direkt einen Termin beim Zahnarzt zu vereinbaren. Dieser kann die Ursachen ermitteln und frühzeitig Gegenmaßnahmen einleiten, um eine Verschlimmerung der Situation zu verhindern.

Wenn Sie häufiger unter Zahnfleischbluten leiden, sollten Sie unbedingt zum Zahnarzt, auch wenn Sie keine Schmerzen spüren. Denn Zahnfleischbluten ist ein Frühindikator für eine beginnende Gingivitis oder Parodontitis und sollte genau untersucht werden. Erkennen Sie beim Blick in den Spiegel, dass sich Ihr Zahnfleisch zurückbildet und die gelblichen Zahnhälse freiliegen, sollten Sie dieses Warnsignal nicht ignorieren, sondern Ihren Zahnarzt aufsuchen. Und wenn Sie lockere Zähne im Mund haben, die spürbar wackeln, sollten Sie nicht länger warten, sondern sofort in die Praxis, denn hier droht baldiger Zahnverlust.

So hilft der Zahnarzt

Je früher Sie mit schmerzempfindlichen Zähnen Ihren Zahnarzt aufsuchen, desto größer sind die Chancen, dass dieser die Situation dauerhaft verbessern kann. So kann er die Oberfläche von freiliegenden Zahnhälsen mit einem speziellen Lack versiegeln, um die Dentinkanälchen zu schließen und die Weiterleitung eines Reizes an den Zahnnerv zu unterbinden.

Bei einem ausgehöhlten Zahnhals oder einem keilförmigen Defekt kann der Zahnarzt eine Kunststofffüllung einbringen, die den Zahnnerv schützt und dem Zahn seine Form und Stabilität zurückgibt. Bei einer fortgeschrittenen Parodontitis mit starkem Zahnfleischrückgang hilft allerdings oft nur noch eine Operation. Bei dieser parodontalchirurgischen Maßnahme wird Zahnfleisch von einer geeigneten Stelle entnommen und über den freiliegenden Zahnhals gelegt, wo es mit dem noch vorhandenen Zahnfleisch fest zusammenwächst.

Zahnersatz als letzte Alternative

Ist nur die sichtbare Zahnseite geschädigt oder das Problem vor allem ästhetischer Natur, können Veneers eine Alternative sein. Das sind hauchdünne Verblendschalen aus Keramik, die auf die Zahnoberfläche geklebt werden. Veneers gelten als Zahnersatz, da sie wie Kronen oder Inlays im Dentallabor auf Maß gefertigt werden. Sie zählen jedoch nicht zu den Kassenleistungen.


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