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18. Juli 2015 / 1 Kommentare

Zahnersatz

Die Vor- und Nachteile einer Total- und Sofortprothese

In der Zahnmedizin wird die sogenannte Sofortprothese als Immediatprothese bezeichnet. Eine Sofortprothese ist eine herausnehmbare Prothese, die direkt nach der Zahnextraktion (dem Zähneziehen) oder nach einem chirurgischen Eingriff eingesetzt wird. Diese Prothese ersetzt sofort die fehlenden Zähne. Doch eine Sofort- oder Immediatprothese ist kein Provisorium, sondern endgültiger bzw. definitiver Zahnersatz.

Der Vorteil einer Sofortprothese ist, dass sie die fehlenden Zähne sofort ersetzt. Der Träger hat wieder Zähne im Mund, um damit zu essen, zu sprechen und seinen normalen Alltag fortzusetzen. Allerdings muss die Prothese später noch einmal angepasst werden: Sobald die Wundheilung abgeschlossen ist, wird sie endgültig an die Kieferverhältnisse angepasst.

Vorbereitung auf die Sofortprothese

Die Sofortprothese muss schon vor der Zahnentfernung bzw. dem chirurgischen Eingriff hergestellt werden, damit sie bei der Behandlung bereit ist. Bei einem vorbereitenden Termin fertigt der Zahnarzt daher einen Gebissabdruck von beiden Kiefern des Patienten an und bestellt die Sofortprothese beim Zahnlabor, wo sie hergestellt wird. Sobald die Zähne entfernt wurden, kann die Prothese eingesetzt werden.

Die Sofortprothese: Nicht die Regel, sondern die Ausnahme

Nach der Zahnentfernung beginnt die Phase der Wundheilung. In dieser Phase erholt sich zum einen das weiche Gewebe rund um die Stelle, an der vorher der natürliche Zahn seinen Platz hatte. Aber auch das Zahnfach im Kieferknochen, Alveole genannt, regeneriert sich. Bei diesem Vorgang verändern sich die Struktur und die Form des Kieferkamms, auf dem eine Totalprothese exakt sitzen muss, um zuverlässigen Halt zu finden.

Normalerweise wartet der Zahnarzt mit dem Einsetzen von Zahnersatz ab, bis dieser wichtige Prozess abgeschlossen ist. Doch in Ausnahmefällen kann er es auch für sinnvoll erachten, den endgültigen Zahnersatz, der seine Funktion dann viele Jahre lang erfüllen soll, sofort nach dem Ziehen des Zahnes oder einer Operation einzugliedern. Die entsprechende Sofortprothese stellt dann die Ästhetik und die Kaufunktion ohne Wartezeit sicher. Zudem schützt sie das gesamte Wundgebiet im Mund vor unerwünschten mechanischen Reizen.

Die Phase der Wundheilung dauert in der Regel ungefähr zwei Monate. Erst dann sind alle Heilungs- und Veränderungsprozesse im Kiefer abgeschlossen, und der Kieferkamm hat seine endgültige Form angenommen. Wenn es soweit ist, kann die Prothese definitiv an den Kiefer angepasst werden, üblicherweise durch Unterfütterung.

Auch Zahnimplantate benötigen einige Zeit, um einzuheilen. Trotzdem kann auch hier eine Sofortversorgung mit Zahnersatz vom Zahnarzt angeraten werden. Häufig stehen vor dem Einsetzen der Implantate noch Maßnahmen zum Knochenaufbau, damit der Kieferknochen an der entsprechenden stelle stabil und tragfähig ist.


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1 Kommentare

Peter H. Wilhelm /

04. September 2015

Super!

Dieser Bericht war sehr interresant und hilfreich!

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