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Zahntechnik

Die Tiefziehverblendung – ein modernes Verfahren für strahlende Zähne

Sichtbarer Zahnersatz soll nicht nur die Funktion wiederherstellen, sondern auch ästhetisch einwandfrei wirken. Um das zu erreichen, werden Kronen oder Brücken verblendet, sie erhalten also einen Überzug, der möglichst natürlich aussehen und wirken soll. Dieses geschieht in mehreren Herstellungsschritten: Zunächst wird im Labor ein Zirkonoxidgerüst angefertigt, das die Basis für den Zahnersatz darstellt. Dann kann entweder durch manuelles Verblenden, Überpressen oder die so genannte digitale Verblendung eine Verblendung des Gerüsts erreicht werden.

Verblendtechnologie im Überblick

Bei der manuellen Verblendung wird ein Metall-, Keramik- oder Kunststoffgerüst mit speziellen Verblendmassen zum vollständigen Zahnersatz komplettiert. Mittels eines Pinsels wird ein Keramikpulver-/Flüssigkeitsgemisch in mehreren Schichten aufgetragen und eingebrannt. So entsteht in Handarbeit Schicht für Schicht die fertige zahnfarbene Verblendung.

Das Überpressen ist nur für keramische oder metallbasierte Werkstoffklassen möglich, da hierbei mit hohen Temperaturen gearbeitet werden muss. Die Verblendung entsteht auch hier in Handarbeit: Zunächst wird die gewünschte Form des Zahnersatzes in Wachs auf das Gerüst aufmodelliert und dann in einem Vorwärmofen ausgebrannt. In die so entstandene Hohlform wird bei etwa 850 °C in einem Pressofen die Verblendkeramik eingepresst, wodurch sich Gerüst und Verblendung zuverlässig verbinden.

Bei der digitalen Verblendung wird eine CAD-Konstruktion genutzt, der Zahnersatz entsteht also zunächst am Computerbildschirm. Sowohl das Gerüst wie auch die Verblendung werden zunächst am Computer modelliert und definiert, bevor die so ermittelten Daten an eine CAM-Einheit übermittelt werden. Beide Elemente werden dann maschinell gefertigt und danach zusammengefügt.

Es gibt auch Zahnersatz, der nicht verblendet wird oder werden muss, diese werden in Fachkreisen monolithische Restaurationen genannt. Sie werden aus einem einzigen Werkstoff gefertigt und teilen sich daher nicht in die Bestandteile Gerüst und Verblendung auf. Beispiele sind Zahnersatz aus Metall oder verblendungsfreie Keramikkronen oder –Brücken.

Das Prinzip der Tiefziehverblendung

Beim Tiefziehverfahren wird auf das Gerüst die Verblendung in Form einer Folie aufgebracht, die tiefgezogen wird, also unter Druck verformt wird. Eine solche Tiefziehverblendung lässt sich schneller und mit weniger Arbeitsschritten fertigen, dadurch lassen sich die Kosten für den Zahnersatz und die Verblendung reduzieren.

Die Vorteile dieser relativ neuen Technologie liegen auch darin, dass das gefürchtete Absplittern von spröden Werkstoffen verhindert wird. Zudem kann durch die Wahl des Verblendmaterials die Dämpfung der Verblendung beeinflusst werden, so dass etwa beim Kontakt mit den gegenüberliegenden Zähnen keine Beschädigung zu befürchten ist. Zudem gewährleisten die für eine Tiefziehverblendung eingesetzten Materialien eine gleichbleibende Qualität, da die Tiefziehfolien unter standardisierten Bedingungen industriell gefertigt werden.

Untersuchungen der Bruchstabilität zeigen, dass tiefziehverblendete Kronen die gleiche oder eine bessere Stabilität als konventionell verblendete Kronen aufweisen, jedoch hängt ihre Stabilität maßgeblich vom eingesetzten Gerüstmaterial ab. Auch wenn die neue Verblendungstechnologie noch in den Kinderschuhen steckt, scheint das innovative Verfahren dennoch eine große Zukunft zu haben, denn schneller und damit günstiger können Verblendungen nicht angefertigt werden. Allerdings zeichnet sich auch bereits jetzt schon ab, dass für das Verblendmaterial neue Werkstoffklassen entwickelt oder die vorhandenen Werkstoffe weiter optimiert werden müssen.


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