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Zahnpflege , Gesundheit

Die 5 häufigsten Fehler bei der Zahnpflege

Für die meisten Menschen ist das Zähneputzen seit der Kindheit Routine. Das heißt allerdings nicht, dass dabei immer alles fehlerfrei abläuft. Fehler bei der Zahnpflege bleiben häufig jahrelang ohne sichtbare Folgen. Das verstärkt natürlich das Gefühl, alles richtig zu machen. Treten dann irgendwann Probleme auf, zum Beispiel Karies, Parodontitis, Zahnschmelzabbau oder freiliegende Zahnhälse, sind viele erst einmal überrascht, wenn der Zahnarzt ihnen erklärt, das liege am falschen Zähneputzen. Doch zum Glück kann der Mensch in jedem Alter dazulernen, und ein guter Zahnarzt demonstriert auch erwachsenen Patienten die richtige Putztechnik,  gibt Tipps zur passenden Zahnbürste, Zahnpasta und ergänzenden Mundpflege.

Wer sich schon in der Kindheit eine falsche Technik angewöhnt hat, muss natürlich vor allem am Anfang etwas mehr aufpassen, um sich umzugewöhnen. Doch das lohnt sich, denn mit der richtigen Reinigung und Pflege bleiben Zähne und Zahnfleisch länger gesund, der Atem ist frisch, und Sie haben einfach ein gutes Gefühl im Mund. Inzwischen gibt es außerdem elektrische Zahnbürsten, die „mitdenken“ und Ihnen so helfen, falsche Zahnputzgewohnheiten zu erkennen und es in Zukunft besser zu machen.

Hier haben wie die häufigsten Fehler bei der Zahnpflege und Mundhygiene zusammengestellt und geben Tipps zu deren Vermeidung:

Fehler Nr. 1: Die falsche Putztechnik

Das Hauptziel beim Zähneputzen ist das Entfernen von bakterieller Plaque, also Zahnbelag. Dazu haben viele schon als Kind die sogenannte „Rotationsmethode“ erlernt, bei der die Zahnbürste mit kreisenden Bewegungen über die Zahnoberflächen geführt wird. Tatsächlich ist diese Putztechnik für Kinder recht gut geeignet, da sie leicht zu erlernen ist, auch wenn die feinmotorischen Fertigkeiten noch nicht voll ausgebildet sind. Ideal ist sie aber nicht, denn dabei besteht die Gefahr, die Bakterien nicht richtig zu entfernen, sondern überall im Mundraum zu verteilen und im schlimmsten Fall sogar unter den Zahnfleischrand zu schrubben, wo sie sich erneut festsetzen und auf Dauer Entzündungen verursachen können.

Laut Experten ist die Rotationsmethode daher für bleibende Zähne ungeeignet. Empfohlen wird stattdessen die „Fegemethode“, bei der die Bürste mit einer Fege- bzw. Wischbewegung  „von Rot nach Weiß“ geführt wird. Es wird also immer vom Zahnfleischrand weg in Richtung der Zahnkrone geputzt und danach nicht zurückgefegt, sondern die Bürste neu angesetzt – am besten ein wenig schräg zwischen Zahnrand und Zahnfleisch, um die Kante bzw. den Übergangsbereich gut reinigen zu können. Und natürlich muss die Zahnbürste regelmäßig gewechselt werden, etwa alle sechs bis acht Wochen.

Viele tun sich beim Zähneputzen mit einer elektrischen Zahnbürste leichter als mit der klassischen Handzahnbürste. Die automatische Putzbewegung bei den Elektromodellen erleichtert das Putzen enorm: Der Borstenkopf muss nur noch leicht über und um die Zähne geführt werden und reinigt mit kleinen, aber schnellen Bewegungen, die den Zahnschmelz und das Zahnfleisch schonen. 

Fehler Nr. 2: Bei der Zahnpflege Zahnzwischenräume und Zunge vergessen

Egal, wie gut eine Zahnbürste ist oder welche Werbeversprechen sie mitbringt: Die Zahnzwischenräume können Sie damit nicht ausreichend putzen. Dabei ist es besonders wichtig, diese schwer zugänglichen Bereiche sauber zu halten. Wenn dort Zahnbelag und Bakterien übrigbleiben, können sich diese erneut im Mundraum ausbreiten oder an Ort und Stelle Schäden wie Karies oder Zahnfleischentzündungen verursachen. Zudem sind vergessene Stellen eine der Hauptursachen für lästigen Mundgeruch.

Dasselbe gilt für die Zunge, an die viele bei der Mundhygiene nicht denken. Dabei bietet sie mit ihrer großen, leicht rauen Oberfläche ideale Bedingungen für Bakterien und hartnäckige Beläge. Eine belegte Zunge sieht unappetitlich aus, kann schlechten Atem verursachen und begünstigt die Entstehung von Mund- und Zahnproblemen aller Art. Darum sollte die Zungenoberfläche bei der täglichen Mundhygiene ebenfalls gereinigt und gepflegt werden.

Für die Reinigung der Zahnzwischenräume gibt es Zahnseide und kleine Bürstchen (Zwischenraum- oder Interdentalbürsten). Zahnärzte empfehlen, die Zahnseide vor und das Zwischenraumbürstchen nach dem Zähneputzen zu verwenden. Dabei eignet sich Zahnseide auch für sehr enge Zahnzwischenräume – sie lässt sich auch zwischen Zähnen durchziehen, die sich berühren. Die kleinen Spezialbürsten sind dagegen ideal zum Reinigen größerer Zwischenräume und der Interdentalpapille, also des kleinen, leicht gewölbten Zahnfleischbereichs zwischen den Zähnen. Es gibt sie in verschiedenen Größen und Ausführungen, etwa mit oder ohne Draht, mit Kunststoff- oder Gummiborsten. Wenn Sie unsicher sind, welche Art und Größe für Ihre Zwischenräume am besten passt, fragen Sie Ihren Zahnarzt.

Die Zunge reinigen Sie am besten mit einem Zungenschaber oder einer Zungenbürste – beides bekommt man günstig in jeder Drogerie. Grundsätzlich funktioniert die Zungenreinigung auch mit der Zahnbürste.

Fehler Nr. 3: Zu kurz putzen

Der Zahnarzt empfiehlt, zweimal täglich mindestens zwei Minuten lang die Zähne zu putzen. Allerdings reicht diese Zeit oft nicht aus, um wirklich alle mit den Borsten erreichbaren Zahnoberflächen gründlich zu reinigen. Das dauert mit der Handzahnbürste im Schnitt drei bis fünf Minuten. Mit guten Elektrozahnbürsten kann es zwar auch in zwei Minuten klappen, aber nur mit der richtigen Putztechnik und wenn alle Bewegungsabläufe stimmen.

Um herauszufinden, ob man alle Flächen, Ecken und Kanten beim Putzen „erwischt“ hat, bieten sich die guten, alten Färbetabletten an, die es in der Apotheke gibt und die viele schon aus der Kindheit kennen, z. B. vom Schulzahnarzt. Vor dem Putzen wird einfach eine Tablette zerkaut, die dann den Zahnbelag deutlich sichtbar einfärbt. So sehen Sie genau, was schon sauber und wo noch Plaque übrig ist. Das ist für Kinder wie Erwachsene ein lehrreiches Spiel und prima Zahnputztraining.

Fehler Nr. 4: Zu viel, zu lange oder zu stark putzen

Zu viel Druck, zu heftiges Schrubben oder „Sägen“, zu häufiges oder zu langes Zähneputzen sind ebenfalls weit verbreitete Fehler bei der Zahnpflege. Sie können zu Zahnfleischverletzungen und Zahnfleischbluten führen – und auf lange Sicht zu dauerhaftem Zahnfleischrückgang, freiliegenden Zahnhälsen und erhöhter Reiz- und Schmerzempfindlichkeit bei Berührungen und dem Kontakt mit Kaltem oder Heißem. Zudem nutzt sich der Zahnschmelz dadurch schneller ab, der Zahn wird anfälliger für Karies, und wegen des zunehmend durchschimmernden Dentins geht die Zahnfarbe vom Weißen immer mehr ins Gelbliche.

Zum schonenden Putzen gehören auch Bürsten mit weichen Borsten und milde Zahnpasten. Verwenden Sie fluoridhaltige Zahnpasten oder solche mit künstlichem Zahnschmelz, um sich vor Karies und Schmelzabbau zu schützen. Bleichende bzw. aufhellende Zahnpasten, die oft aggressive Putzkörper enthalten, sollten Sie dagegen vermeiden.  

Fehler Nr. 5: Direkt nach dem Essen putzen

Auch diesen Fehler bei der Zahnpflege machen meist Menschen, die es besonders gut meinen und alles richtig machen wollen. Direkt nach dem Essen ist der Zahnschmelz jedoch weicher als sonst, da die Nahrung Mineralien (z. B. Phosphor und Calcium) an- bzw. herauslöst. Geben Sie daher Ihren Zähnen nach dem Essen eine halbe Stunde Zeit zur Regeneration.


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