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Zahnersatz , Wissenswertes

Das zahlt Deutschland beim Zahnersatz

Neue Umfrage: Was zahlen die Deutschen für Zahnersatz?

Die unabhängige Plattform Kosten-beim-Zahnarzt.de hat neue Umfrageergebnisse zum Thema Zahnersatz und Zahnersatzkosten in Deutschland vorgestellt. Über 2000 einzelne Datensätze wurden für die Umfrage erhoben und ausgewertet. Dabei lagen die Schwerpunkte auch auf regionalen und geschlechtsspezifischen Unterschieden.

Durchschnittliche Ausgaben für Zahnersatz in Deutschland

Im Schnitt geben 23 Prozent aller Patienten für Zahnersatz, etwa KronenBrücken, Implantate oder Prothesen, zwischen 50 und 500 Euro aus. 18 Prozent bezahlen Beträge von mehr als 500 bis zu 1000 Euro. Die Mehrheit aller Versicherten, 41 Prozent, bewegt sich also bei den Zahnersatzkosten im Bereich bis 1000 Euro. Doch viele lassen sich den Zahnersatz auch weit mehr kosten.

19 Prozent, also fast ein Fünftel der Patienten, geben dafür über 5000 Euro aus. Mehr als 8000 Euro bezahlten ca. 11 Prozent aller Patienten. Der Trend geht offenbar weiterhin zu Zahnersatz der aufwendig gefertigt wird und daher sehr hochwertig und ästhetisch ist. So wie beispielsweise Hybridprothesen und Zahnimplantate. Interessant ist auch, dass Männer im Durchschnitt eher bereit sind, für hochwertigen Zahnersatz oder die persönliche Wunschversorgung tiefer in die Tasche zu greifen.

Beim Interpretieren der Umfrageergebnisse muss außerdem berücksichtigt werden, dass nicht jeder Zahnersatz dem Reparieren von Schäden oder dem Schließen von Zahnlücken dient. So gelten etwa Veneers oder Lumineers zur ästhetischen Zahnverblendung ebenfalls als Zahnersatz, da sie im Dentallabor nach den individuellen Maßen gefertigt werden. Die Datenerhebung betrifft die ausgegebenen Kosten und spiegelt daher nur zum Teil den Zahnstatus bzw. die Mundgesundheit der Deutschen wider.

Welcher Zahnersatz wird in Deutschland am häufigsten benötigt?

Laut der Zahnersatzkosten-Umfrage von Kosten-beim-Zahnarzt.de sind Zahnkronen und Zahnbrücken in Deutschland der häufigste Zahnersatz. Der prozentuale Anteil der Zahnkronen liegt bei 38 Prozent, der von Brücken bei 25 Prozent. Diese beiden Zahnersatzarten stellen also mit 63 Prozent mehr als die Hälfte des gesamten in Deutschland angepassten Zahnersatzes. Der Anteil von Prothesen und Zahnimplantaten ist dagegen vergleichsweise gering. Das liegt wahrscheinlich daran, dass diese Zahnersatzvarianten zu den aufwendigsten und daher auch kostenintensivsten gehören.

Generell wird im Westen Deutschlands mehr für Zahnersatz ausgegeben als im Osten. Zahnbrücken werden am häufigsten in Thüringen eingegliedert und am seltensten in Brandenburg. Bei den Zahnkronen ist das Saarland führend, und Thüringen stellt das Schlusslicht. Auch bei Prothesen und Zahnimplantaten bzw. Implantataufbauten zeigen sich Unterschiede von Bundesland zu Bundesland: So werden in Hessen die meisten Implantate gesetzt, die wenigsten hingegen in Mecklenburg-Vorpommern. Und Zahnprothesen werden am seltensten in Brandenburg, Sachsen und Hamburg und am häufigsten in Rheinland-Pfalz angepasst.

Übrigens: Auch bei den Analysen zur Deutschen Mundgesundheitsstudie IV (DMS IV) zeigte sich ein deutlicher Trend zu hochwertigen prothetischen Versorgungen. Die meisten Erwachsenen entscheiden sich für festsitzenden Zahnersatz, um Zahnlücken zu schließen. Senioren bevorzugen durchschnittlich zwar weiterhin herausnehmbare Versorgungen, doch auch hier zeichnet sich die Trendwende ab.

Immer mehr ältere Menschen wünschen sich festsitzende bzw. implantatgetragene Zahnprothesen. Während implantatgetragener Zahnersatz vor 20 Jahren in entsprechenden Statistiken so gering vertreten war, dass er bei den Erwachsenen als Zahl gar nicht erst auftauchte und bei den Senioren gerade mal 0,7 Prozent ausmachte, tragen heute 1,4 der Erwachsenen und 2,6 Prozent der Senioren implantatgetragene Zahnersatzversorgungen.

(Quelle: http://www.dgzmk.de/zahnaerzte/wissenschaft-forschung/wissenschaftliche-beitraege/deutsche-mundgesundheitsstudie-iv-dms-iv-ein-kurzer-ueberblick/zahnverlust-und-zahnersatz.html)

Viele Patienten verstehen ihre Zahnarztrechnung nicht

Nach wie vor bleiben der Heil- und Kostenplan sowie die Rechnung des Zahnarztes für viele Patienten ein Rätsel. Bei der Umfrage von Kosten-beim-Zahnarzt.de glaubte lediglich in sechs Bundesländern eine Mehrheit der Befragten, die Berechnung und Bewertung der aufgeführten Kosten und Leistungen zu verstehen: in Bremen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt.

In den anderen Bundesländern, also in Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Thüringen und Schleswig-Holstein, erklärten die Befragten, ihre Zahnersatzrechnung überwiegend oder gar nicht zu verstehen. Die meisten Schwierigkeiten mit dem Entschlüsseln der Rechnung gaben die Befragten in Schleswig-Holstein zu, den meisten Durchblick bewiesen hingegen die Bremer.

Wer als Patient schon einmal versucht hat, einen Heil- und Kostenplan ohne die Hilfe eines Experten nachzuvollziehen, weiß, dass das keine Sache des Bildungsstandes ist. Gerade bei größeren anstehenden Behandlungen sind hier sehr viele Zahlen, Kürzel und Codes aufgeführt, die ein Laie nicht nachvollziehen kann. Wer aus den Berechnungssätzen nicht schlau wird, einzelne Posten oder die Preisunterschiede zwischen mehreren Zahnärzten nicht versteht, kann sich von seiner Krankenkasse bzw. Versicherung aufklären und beraten lassen.

So lassen sich die Kosten für Zahnbehandlung und Zahnersatz verringern

  1. Bonusheft nutzen

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen einen Festzuschuss auf die Regelversorgung. Dieser beträgt üblicherweise 50 Prozent. Wenn das Bonusheft lückenlos geführt ist, der Patient also keinen Vorsorgetermin versäumt, steigt der Festzuschuss für Zahnersatz auf bis zu 65 Prozent der Regelversorgungskosten. Das kann bei aufwendigeren Versorgungen mehrere hundert Euro ausmachen.

  1. Kostenplan verstehen und vergleichen

Auf Anfrage muss der Arzt seinem Patienten den Heil- und Kostenplan erklären und auch Behandlungs- und Kostenalternativen aufzeigen. Das gilt nicht nur für die zahnärztlichen Honorare, sondern umfasst die Kosten für Zahntechnik sowie Leistungen aus dem Bereich der Implantologie. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Kostenpläne mehrerer Zahnärzte zu vergleichen, bevor man sich für eine Behandlung oder Praxis entscheidet. 

  1. Über Kostenalternativen informieren

Die Kosten für Zahntechnik, also Labor- und Materialkosten, machen meist über die Hälfte der gesamten Zahnersatzrechnung aus. Hier können Patienten selbst aktiv werden, indem sie sich etwa über geeignete Zahnersatzmaterialien oder günstige Dentallabore informieren und ihrem Zahnarzt entsprechende Vorschläge unterbreiten. Auch die Krankenkassen dürfen auf Anfrage ihrer Versicherten preiswerte Anbieter nennen und helfen beim Preisvergleich.


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