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18. Juni 2015 / 0 Kommentare

Gesundheit

Achtung: Wasserqualität auf Reisen – Zahnpflege mit unangenehmen Folgen

Sauberes und gesundheitlich unbedenkliches Trinkwasser gehört längst nicht in allen Ländern zum Standard. Daher sollten Touristen oder Geschäftsreisende im Ausland nicht nur beim Trinken oder Waschen von Obst oder Gemüse aufpassen, sondern die Wasserqualität auch beim Zähne putzen berücksichtigen. Denn ist das Leitungswasser kontaminiert, kann selbst das Zähne putzen, Mund ausspülen, Gurgeln mit Mund- oder Kräuterwasser, Zahnbürste reinigen oder Becher ausschwenken, zu unangenehmen Folgen führen.

Viele der beliebtesten Reiseziele der Deutschen liegen im Süden. Urlaub heißt, die Alltagssorgen hinter sich lassen und mal so richtig ausspannen. Wer hat schon Lust, sich in der schönsten Zeit des Jahres mit zusätzlichen Sorgen zu belasten – vor allem mit solchen, die sonst noch nicht einmal zum gewohnten Alltag gehören?

Dennoch sollte man möglichst komplett auf die Reinigung mit Leitungswasser verzichten, denn Leichtsinn kann hier bestraft werden, etwa durch Magen-Darm-Probleme nach dem Verzehr roher  Speisen oder durch Kontakt mit unsauberem Trinkwasser. Rund 80 Prozent aller Reiseerkrankungen lassen sich auf schlechte Wasserqualität zurückführen. Wer also einen Aufenthalt im Ausland plant, beispielsweise einen Sommerurlaub in Thailand, auf den Philippinen, in Südamerika oder Afrika, sollte sich unbedingt vorher über die zu erwartende Wasserqualität am Urlaubsort informieren.

Der Hausarzt, der Reiseveranstalter, Gesundheitsämter oder Institute wie das Tropeninstitut beraten nicht nur über empfehlenswerte Impfungen, sondern auch über Schutzmaßnahmen, die jeder Reisende im Ausland berücksichtigen sollte, um sich und die Seinen vor Beschwerden oder Infektionen zu schützen.

Schlechte Wasserqualität – Was kann beim Zähne putzen passieren?

Um zu verstehen, wie wichtig die Wasserqualität beim Zähneputzen und bei der Mundhygiene ist, sollte man wissen, welche Schadstoffe das Trinkwasser enthalten kann und wie sie in den Körper gelangen. Die folgende Liste gibt einen kurzen Überblick über mögliche Krankheitserreger und Sorgenbringer:

  • Viren sind die kleinsten Infektionsträger auf diesem Planeten und verantwortlich für viele gefährliche Infektionskrankheiten, darunter Hepatitis (Leberentzündung), Polio (Kinderlähmung) und Ebola. Etwa 10 Prozent der bekannten Viren können durch Wasser übertragen werden.
  • Bakterien sind einzellige Organismen, die in Luft, Erde und Wasser enthalten sind. Auch in einer gesunden Mundhöhle leben Millionen Bakterien. Bei schlechter Wasserqualität können beim Zähneputzen oder Ausspülen des Mundes aber krankheitserregende Bakterien in den Körper gelangen, etwa Legionellen, Salmonellen oder Erreger von Typhus, Cholera, Influenza und verschiedenen Magen-Darm-Infektionen.
  • Manche Chemikalien lassen sich selbst durch moderne Filteranlagen nicht aus dem Trinkwasser entfernen. Dazu gehören beispielsweise Rückstände von Medikamenten, Antibiotika und Hormonpräparaten.
  • Protozoen sind Einzeller oder mehrzellige Kleinstlebewesen. Manche davon können Krankheiten auslösen, zum Beispiel die Amöbenruhr, manche Arten der Schlafkrankheit oder die Darminfektionen Giardia.

Wie schütze ich mich vor Krankheitserregern im Trinkwasser?

Die sicherste Methode ist nach wie vor das Abkochen des Leitungswassers. Beim Erhitzen auf 80-100 °C werden eventuelle Keime sicher abgetötet. Bei Ferien im Gebirge müssen Sie bedenken, dass der Siedepunkt von Wasser in Höhenlagen niedriger liegt. Je höher Sie sich befinden, desto länger sollten Sie es kochen: Um auf Nummer sicher zu gehen, werden mindestens zehn Minuten Kochzeit empfohlen. Trotzdem verliert die Methode im Hochgebirge ihre Wirksamkeit. Außerdem hilft Kochen nicht gegen Chemikalien, Schwebteilchen oder groben Schmutz im Wasser, ist mit einigem Aufwand verbunden und in Hotels oder anderen Ferienunterkünften nicht immer problemlos möglich.

Um auch im Ausland sicher die gewohnt hohe Wasserqualität beim Zähneputzen zu haben, sollten Sie auf Leitungswasser ganz verzichten und stattdessen auf Flaschenwasser zurückgreifen. Das wird industriell abgefüllt, unterliegt auch im Ausland hohen Qualitätsstandards und ist daher unbedenklich für den Zahnschmelz und das Verdauungssystem.

Denken Sie daran: Auch in Mischgetränken wie Cocktails kann Leitungswasser enthalten sein, etwa in Form von Eiswürfeln oder Crushed Ice. Der Alkohol im Drink bietet keine Sicherheit vor Keimen.

Auch wenn Sie bei der Zahnpflege, Reinigung der Zahnzwischenräume und Mundhygiene im Ausland das kostbare Flaschenwasser sparen müssen, sollten Sie sich nicht den Mund mit dem Wasser ausspülen, in dem Sie vorher die Zahnbürste oder Zahnseide abgespült haben. Verwenden Sie zum Ausspülen immer frisches Wasser – als Sparmaßnahme bieten sich kleinere Wasserportionen und intensiveres Spülen und Gurgeln an.


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