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Abrasionsgebiss – wenn die Zähne abgenutzt oder zu kurz sind

Abrasion ist lateinisch und bedeutet Abkratzung, Abschabung oder Abrieb. Ein Abrasionsgebiss liegt also vor, wenn die Zähne durch starke Abnutzung sichtbar und fühlbar geschädigt sind. Dabei handelt es sich nicht um das altersbedingte, natürliche Dünnerwerden des Zahnschmelzes, sondern um Schäden, die weit über das normale Maß hinausgehen und behandlungsbedürftig sind.

Wie viel Zahnabnutzung ist normal?

Beim Menschen wachsen die Zähne leider nicht ständig nach wie bei Haifischen oder manchen Nagetieren. Die zweiten Zähne müssen ein Leben lang halten und ihre Funktion erfüllen. Dass nur die wenigsten von uns mit einem kompletten, naturgesunden Gebiss alt werden, liegt unter anderem an der immer höher werdenden Lebenserwartung. Zu den Hauptursachen für Zahnschäden und Zahnverluste gehören jedoch nach wie vor Karies und Parodontitis – beide Zahnerkrankungen, die unabhängig vom Alter auftreten können.

Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz im menschlichen Organismus. Bei guter Pflege, gesunder Ernährung und normaler Belastung kann er hundert Jahre und länger halten. Die natürliche Abnutzung führt lediglich dazu, dass die Schmelzschicht ganz langsam dünner wird. Dann schimmert das gelbliche Dentin stärker durch – ein Grund, warum Zähne im Alter nicht mehr so weiß wirken wie früher. Auch können sich ganz feine Risse im Zahnschmelz zeigen, die jedoch nicht behandelt werden müssen, solange die Oberfläche in sich noch stabil ist. Die bei jungen Menschen oft deutlich ausgeprägten „Sägezähnchen“ an den Schneidekanten der Frontzähne reiben sich mit den Jahren etwas ab; das gleiche gilt für die Höcker der Backenzähne. 

Wie kommt es zu einem Abrasionsgebiss?

Die Ursachen für ein Abrasionsgebiss, also eine viel zu starke Abnutzung der Zähne, sind unterschiedlich. Ein möglicher Grund ist eine erblich bedingte Zahnfehlstellung. Viel häufiger entsteht das Abrasionsgebiss jedoch durch Bruxismus (nächtliches Zähneknirschen), Zähnepressen oder übermäßiges „Mahlen“ – meist verursacht durch zu viel Stress oder unbewältigte Konflikte. Auch schlecht sitzender oder beschädigter Zahnersatz kann zu einem falschen Biss und in der Folge zu verstärkter Zahnabnutzung führen.

Was passiert bei zu starker Zahnabnutzung?

Durch die übermäßige Zahnabrasion geht immer mehr Zahnhartsubstanz verloren, was sich bei vielen Betroffenen besonders an den Frontzähnen zeigt. Die vorderen Schneidezähne werden mit der Zeit immer kürzer, bis die ursprünglichen Größenunterschiede kaum noch zu erkennen sind. Bei den meisten Patienten mit Abrasionsgebiss sind jedoch auch die Seitenzähne und Backenzähne betroffen.

Der Substanzverlust durch Abrieb und Schmelzabplatzungen kann mehrere Millimeter betragen und zu einem offenen Biss führen. Bei dieser Fehlstellung treffen die verkürzten Zähne nicht mehr aufeinander, so dass beim Beißen und Sprechen zwischen den Zahnreihen des Unter- und Oberkiefers immer Lücken bleiben.

Durch die fortgeschrittene Abnutzung liegt in einem Abrasionsgebiss zudem meist an mehreren Stellen das empfindliche Zahnbein (Dentin) frei, etwa an den Schneidekanten der Fronzähne, an den Zahnseiten oder im Bereich den Zahnhälse. Mit dem harten Zahnschmelz geht den Zähnen und dem gesamten Zahnhalteapparat die wichtige äußere Schutzschicht verloren. Das bedeutet in der Folge nicht nur eine erhöhte Reiz- und Schmerzempfindlichkeit, sondern begünstigt auch weitere Schäden durch Karies, Entzündungen, Zahnfleischrückgang und Knochenabbau. 

Sanierung und Zahnersatz beim Abrasionsgebiss: Wie läuft die Behandlung ab?

Mit passendem Zahnersatz kann der Verlust an Zahnhartsubstanz ausgeglichen und die ursprüngliche Bisshöhe wieder hergestellt werden. Der Zahnarzt oder Kieferorthopäde formt dazu das Gebiss ab und plant zusammen mit dem Patienten die nötigen Aufbaumaßnahmen. Was genau zur Restaurierung und Sanierung eines Abrasionsgebisses empfohlen wird, hängt vom persönlichen Befund ab, aber auch von den Wünschen und finanziellen Möglichkeiten des Patienten.

In den meisten Fällen sind umfangreiche Maßnahmen erforderlich, um die Frontzahnästhetik wiederherzustellen und alle geschädigten Zähne zu sanieren. Dafür müssen die Betroffenen die Bereitschaft mitbringen und sich auch die Zeit nehmen. Eine gute, ausführliche Beratung von Anfang an ist also ebenso wichtig wie ein umfassendes und weitsichtiges Behandlungskonzept.

Wie die Zähne nach der Behandlung aussehen werden, können die Patienten schon vorher sehen: Der Zahntechniker stellt nach dem Gebissabdruck oder Mundscan des Zahnarztes ein diagnostisches Wax-up her. Das ist ein Wachsmodell, bei dem die fehlende Zahnsubstanz bereits durch Wachs ersetzt wurde. Auf Basis des Wax-ups wird ein Mock-up (Vorführmodell) aus weißem Kunststoff angefertigt, das in den Mund eingesetzt werden kann, um bereits vor Behandlungsbeginn eine realistische Vorstellung vom späteren Ergebnis zu bekommen. Viele Patienten nehmen ihr Mock-up mit nach Hause, um sich in aller Ruhe damit zu beschäftigen – etwa ihr Spiegelbild zu betrachten oder das Sprechen mit dem Vorführmodell zu üben. Viele möchten das „neue“ Gebiss auch dem Partner, der Familie oder vertrauten Freunden zeigen und deren Meinungen dazu hören.

Das Mock-up bzw. die Bisshöhe beim Vorführmodell dient auch als Basis für die Aufbissschiene, die ebenfalls im Labor gefertigt wird. Dann trägt der Patient die Schiene, um zu erleben und zu bewerten, wie die Kiefergelenke auf die neue, korrekte Bisssituation reagieren. Läuft alles gut, d. h. ohne Schmerzen oder andere Beschwerden, folgt ein weiteres Beratungsgespräch. Denn bevor Arzt und Patient in die konkrete Behandlung einsteigen, sollten alle Fragen beantwortet und alle wichtigen Details geklärt sein.

Das Abrasionsgebiss ist nicht nur ein Schönheitsfehler

Stark verkürzte Frontzähne sind auch ein ästhetisches Problem, das die Betroffenen oft stark belastet. Beim Lachen oder Sprechen ist von den Zähnen kaum noch etwas zu erkennen, außerdem kann die Oberlippe deutlich einfallen, wodurch die Patienten viel älter aussehen, als sie wirklich sind. Zudem ist ein offener Biss oft auch hörbar, weil die Lücken zwischen den Zahnreihen die korrekte Aussprache mancher Laute erschweren.

Dabei ist ein ausgeprägtes Abrasionsgebiss viel mehr als ein Schönheitsfehler. Denn der falsche Biss durch die abgeschliffenen, verkürzten Zähne geht in fast allen Fällen mit einer Fehlfunktion der Kiefergelenke (Craniomandibuläre Dysfunktion, CMD) einher. Die meisten Patienten leiden als Knirscher oder Zähnepresser schon seit Längerem unter spannungsbedingten Funktionsstörungen im Bereich der Kiefergelenke – viele, ohne es zu wissen. Denn CMD kann sich auf verschiedenste Arten äußern, etwa in Form von Kopf- und Rückenschmerzen, Muskelverspannungen im Kopf-Nacken-Schulter-Bereich, Ohrgeräuschen (Tinnitus), Bewegungs- oder Gleichgewichtsstörungen. Um CMD zu diagnostizieren und richtig zu behandeln, bedarf es in der Regel der Hilfe mehrerer Mediziner und Therapeuten, etwa Zahnarzt, Physiotherapeut und Psychologe, die geeignete Maßnahmen miteinander und mit dem Patienten abstimmen.

Zum Schutz der Zähne vor weiterer Abrasion können Bruxismus-Patienten über Nacht bzw. im Schlaf eine Knirscherschiene tragen. Wird jedoch nicht gleichzeitig die Ursache des Bruxismus bekämpft, zerbeißen oder „zerknirschen“ viele Betroffene sogar ihre Schienen, die in der Folge häufig erneuert werden müssen. Eine bessere Alternative sind sogenannte diagnostische Oberkiefer-Aufbissschienen, die individuell hergestellt werden und beim Tragen den Biss korrigieren. Sie sind zumeist Teil eines umfassenden therapeutischen Konzepts, das wir Ihnen im Folgenden genauer erläutern. 

Sanierung und Zahnersatz beim Abrasionsgebiss: Wie läuft die Behandlung ab?

Mit passendem Zahnersatz kann der Verlust an Zahnhartsubstanz ausgeglichen und die ursprüngliche Bisshöhe wieder hergestellt werden. Der Zahnarzt oder Kieferorthopäde formt dazu das Gebiss ab und plant zusammen mit dem Patienten die nötigen Aufbaumaßnahmen. Was genau zur Restaurierung und Sanierung eines Abrasionsgebisses empfohlen wird, hängt vom persönlichen Befund ab, aber auch von den Wünschen und finanziellen Möglichkeiten des Patienten.

In den meisten Fällen sind umfangreiche Maßnahmen erforderlich, um die Frontzahnästhetik wiederherzustellen und alle geschädigten Zähne zu sanieren. Dafür müssen die Betroffenen die Bereitschaft mitbringen und sich auch die Zeit nehmen. Eine gute, ausführliche Beratung von Anfang an ist also ebenso wichtig wie ein umfassendes und weitsichtiges Behandlungskonzept.

Wie die Zähne nach der Behandlung aussehen werden, können die Patienten schon vorher sehen: Der Zahntechniker stellt nach dem Gebissabdruck oder Mundscan des Zahnarztes ein diagnostisches Wax-up her. Das ist ein Wachsmodell, bei dem die fehlende Zahnsubstanz bereits durch Wachs ersetzt wurde. Auf Basis des Wax-ups wird ein Mock-up (Vorführmodell) aus weißem Kunststoff angefertigt, das in den Mund eingesetzt werden kann, um bereits vor Behandlungsbeginn eine realistische Vorstellung vom späteren Ergebnis zu bekommen. Viele Patienten nehmen ihr Mock-up mit nach Hause, um sich in aller Ruhe damit zu beschäftigen – etwa ihr Spiegelbild zu betrachten oder das Sprechen mit dem Vorführmodell zu üben. Viele möchten das „neue“ Gebiss auch dem Partner, der Familie oder vertrauten Freunden zeigen und deren Meinungen dazu hören.

Das Mock-up bzw. die Bisshöhe beim Vorführmodell dient auch als Basis für die Aufbissschiene, die ebenfalls im Labor gefertigt wird. Dann trägt der Patient die Schiene, um zu erleben und zu bewerten, wie die Kiefergelenke auf die neue, korrekte Bisssituation reagieren. Läuft alles gut, d. h. ohne Schmerzen oder andere Beschwerden, folgt ein weiteres Beratungsgespräch. Denn bevor Arzt und Patient in die konkrete Behandlung einsteigen, sollten alle Fragen beantwortet und alle wichtigen Details geklärt sein.

Lassen sich die Schäden in einem Abrasionsgebiss vollständig reparieren?

Ja, Zahnschäden durch übermäßige Zahnabrasion lassen sich komplett beheben. Zudem ist die Sanierung auf so hohem ästhetischem Niveau möglich, dass von den Abnutzungsschäden später nichts mehr zu erkennen ist. Das setzt jedoch eine gute Therapieplanung voraus, zu der auch verschiedene Vorbehandlungen gehören können, etwa das Versorgen kariöser Zähne mit Füllungen, eine Wurzelbehandlung oder eine Parodontitisbehandlung von akuten oder chronischen Entzündungen im Mundraum.

Wenn kein Zahn entfernt werden muss und sich kleinere Lücken mit festsitzendem, idealerweise vollkeramischem Zahnersatz versorgen lassen, kann die Behandlung schon nach rund vier Wochen (bzw. vier bis sechs Sitzungen in der Praxis) beendet sein. Müssen Zähne gezogen werden, bieten sich Implantate bzw. implantatgetragener Zahnersatz zum Schließen der Lücken an. Dann dauert die Behandlung deutlich länger, meist ungefähr ein Jahr. Denn vor dem Einsetzen der Implantate muss der Arzt oft noch Knochenaufbaumaßnahmen durchführen, und nach dem Eingriff braucht das Implantat mehrere Monate, um einzuheilen und fest in den Kieferknochen einzuwachsen. Für diese Zeit erhält der Patient ein festsitzendes Provisorium, also einen guten Übergangs-Zahnersatz.

Versorgung des Abrasionsgebisses mit Veneers

Bei einer Teil- oder Vollüberkronung der verkürzten Zähne geht noch mehr Zahnhartsubstanz verloren, weil der Zahnarzt den Zahn vorher präparieren, also beschleifen muss. Eine schonendere Alternative ist die Versorgung mit keramischen Verblendschalen (Veneers). Die dünnen Verblendungen werden aufgeklebt; der entsprechende Zahn muss dazu kaum präpariert werden. Veneers im Frontzahnbereich werden als labiale Veneers bezeichnet, solche für die Seitenzähne heißen okklusale Veneers.

Allerdings ist die Versorgung mit Veneers nicht bei jedem Befund möglich. Der Zahnarzt entscheidet je nach Einzelfall, ob Verblendschalen eine Alternative mit Zukunft wären oder nur die konventionelle Überkronung in Frage kommt. 

Zahlt die Krankenkasse die Rekonstruktion der abgenutzten Zähne?

Für die gesetzlichen Krankenkassen gilt das Prinzip „notwendig, ausreichend, wirtschaftlich“. Das bedeutet, dass bei der Sanierung des Abrasionsgebisses nur ein Teil der Kosten übernommen wird. Konkret werden etwa Festzuschüsse für Kronen und Brücken gewährt, die zur Hebung des Bisses und damit zur Wiederherstellung der normalen Kaufunktion notwendig sind. Nicht bezahlt werden jedoch vollkeramische Versorgungen oder Vollverblendungen im Bereich der Seitenzähne oder auf den Innenseiten der Schneidezähne. Zur wirtschaftlichen Regelversorgung der Kassen gehören lediglich (Teil-)Verblendungen aus Keramik im Sichtbereich. Auch Veneers sind keine Kassenleistungen, da sie in aller Regel nur zur kosmetischen Zahnkorrektur, nicht aber zum Beheben von Funktionsstörungen verwendet werden.

Vor jeder Zahnersatzbehandlung erstellt der Zahnarzt einen Heil- und Kostenplan, der vor Behandlungsbeginn bei der Krankenkasse eingereicht und von dieser bewilligt werden muss. Um Problemen mit der Kostenübernahme vorzubeugen, sollte der Zahnarzt der Krankenkasse klar darlegen, dass und warum die geplanten Maßnahmen medizinisch notwendig sind. Grundsätzlich gilt: Je weniger (sinnvolle) Alternativen es zu einer Behandlungsmaßnahme, einer Zahnersatzart oder einem bestimmten Material gibt, desto größer sind die Chancen, dass die Kosten dafür übernommen werden.


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