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16. Dezember 2015 / 0 Kommentare

Zahnersatz

10 wichtige Fakten über Kronen

22 verschiedene Kronenarten

Alle künstlichen Zahnkronen gelten als Zahnersatz. Sie werden im Labor hergestellt, nachdem der Zahnarzt den Zahn präpariert (beschliffen) und das Gebiss abgeformt hat (Abdruck oder Mundscan). Die Kronenarten lassen sich nach verschiedenen Kriterien unterscheiden:

  • Aussehen (zahn- oder metallfarben),
  • Material (Kunststoff, Stahl, Gold, Keramik, Materialmix etc.)
  • Präparation des Zahnstumpfs (z. B. Form),
  • Größe der Krone (Voll- oder Teilkrone) oder
  • Art der Befestigung am bzw. im Zahn (Stiftkrone, Jacketkrone)

Teilkronen bedecken bzw. umhüllen den Zahn nicht ganz. Teile der Zahnwand bzw. natürlichen Zahnkrone bleiben erhalten.

Vollgusskronen, also Goldkronen und Metallkronen, sind Standard im nicht sichtbaren Kieferbereich. Verblendkronen sind ganz oder zum Teil zahnfarben beschichtet. Vollkeramikkronen (Mantelkrone, Jacketkrone) bestehen zur Gänze aus Keramik und umgeben den Zahn wie ein Mantel.

Stiftkronen können heute mit Stiften, Schrauben oder Verbindungselementen aus Spezialkeramik im Zahn verankert werden.

Eine Besonderheit sind Teleskopkronen, die als Verbindungselemente für Zahnprothesen angebracht werden. Keramische Verblendschalen (Lumineers, Veneers) sind keine Zahnkronen.

Material für Zahnkronen

In deutschen Zahnarztpraxen dürfen nur Materialien verwendet bzw. eingesetzt werden, die nach dem Medizinproduktegesetz zugelassen und auch entsprechend verarbeitet sind. Gebräuchlich sind Kronen aus:

  • edelmetallhaltigen Metallen (Mix aus edlen und unedlen Metallen, Goldlegierungen)
  • edelmetallfreien Metallen (NEM-Werkstoffe, umgangssprachlich „Sparlegierung“)
  • Materialmischungen (etwa Metallbasis mit Keramikverblendung)
  • metallfreien Materialien (Keramiken, Spezialkunststoffe)

Überkronungen aus kostenintensiveren Materialien (z. B. Vollkeramik) werden oft aus ästhetischen Gründen oder zur Verminderung des Allergierisikos (Metallallergien) gewünscht.

Für welche Zähne ist eine Zahnkrone geeignet?

Grundsätzlich lässt sich jeder Zahn überkronen, sofern seine Wurzel und das Zahnfleisch gesund sind und der Zahn fest im Kieferknochen sitzt. Das prüft der Zahnarzt durch eine Untersuchung, bei der der Kiefer auch geröntgt wird. Nach manchen Vorbehandlungen (Wurzelbehandlung, Kappung des Zahnnervs, Implantat) muss vor der Überkronung eine Wartezeit eingehalten werden.

Vorbereitung auf die Überkronung

Meist sind zwei Sitzungen beim Zahnarzt notwendig, bevor die Krone eingesetzt wird. Zu Beginn stehen die präzise Gebissabformung (mit Abdruckmasse oder Mundkamera) und die Bestimmung der Zahnfarbe. Dann wird der Zahn beschliffen (präpariert). Auf Basis der Abdrücke bzw. Bilder stellt der Zahntechniker im Labor die Krone her und schickt sie dann zurück in die Zahnarztpraxis. Der Zahnstumpf wird für diese Übergangszeit mit einer provisorischen Krone versorgt.

Haltbarkeit von Zahnkronen

Die Krone an sich ist bei der Haltbarkeit das geringste Problem. Die Materialien können jahrzehntelang halten und auf dem Zahn fest sitzen.Allerdings kann es passieren, dass der Zustand des Zahnes sich verschlechtert und damit auch die Krone nicht mehr passt, stabil sitzt oder als Versorgung ausreicht. Die häufigsten Haltbarkeits- bzw. Verlustrisiken bei Zahnkronen sind:

  • Zahnfleischerkrankungen,
  • Kieferknochenschwund,
  • Mängel bzw. Fehler bei der Mundhygiene,
  • schlechte Passung von Krone bzw. Kronenrand,
  • Zähneknirschen (Bruxismus)
  • Überkronung eines bereits toten Zahnes (z. B. nach Wurzelkanalbehandlung).

Was kostet eine Zahnkrone?

Jeder Zahnersatz, auch die Krone, ist immer eine Maßanfertigung. Daher können bei den Kosten höchstens Durchschnitts- oder Richtwerte angegeben werden. Eine in Deutschland gefertigte Kronen kann zwischen ca. 300 Euro (etwa Vollguss, Backenzahn) und rund 1000 Euro (z. B. Vollkeramik) kosten. Bei der MDH AG kosten Kronen je nach Art bis zu 80 Prozent weniger, da die hohen Laborkosten in Deutschland bei Zahnersatz einen Großteil der Gesamtkosten ausmachen.

Die Optik der Zahnkrone

Wie die fertige Krone aussieht, hängt von Kronenart und Material ab. Bei zahnfarbenen Kronen wird zuerst die Farbe bestimmt, denn meist sieht der Zahntechniker den Patienten nicht und arbeitet daher mit den Farbinformationen vom Zahnarzt. Das beste ästhetische Ergebnis wird mit Vollkeramikkronen erzielt; diese sind von natürlichen Zähnen praktisch nicht zu unterscheiden. Bei teilverblendeten Kronen ist der Sichtbereich zahnfarben. Einfache Metall- bzw. Vollgusskronen sehen je nach verwendetem Metall silbern oder golden aus. Die Form des natürlichen Zahns wird bei allen Kronen nachgebildet.

Kleine Geschichte der Zahnkrone

Goldkronen gab es schon lange vor Zahnersatz aus Porzellan bzw. Keramik. Für historische Zahnkronen wie die Bandkrone, die Stanzkrone oder die Ring-Deckel-Krone wurde Goldblech zurechtgeschnitten und die Teile dann verlötet. Im 19. Jahrhundert entwickelte der US-Amerikaner Marshall Logan die nach ihm benannte Logan-Krone, eine Porzellanhülse mit Metallkern, die mit einem Platinstift im Wurzelkanal verankert wurde. Frühere Kronenstifte waren oft aus Holz und daher sehr bruchanfällig.

Funktion der Zahnkrone

Die künstliche Zahnkrone ersetzt die natürliche Zahnkrone zum Teil oder vollständig. Gut angefertigt und eingesetzt, schützt sie den Zahnstumpf vor weiteren Schäden (Karies), stabilisiert den Zahn und stellt die natürliche Kaufunktion wieder her.

Alternativen zur Überkronung von Zähnen

Normalerweise empfiehlt der Zahnarzt eine Krone, wenn der Zahn zu sehr geschädigt ist, um mit einer Füllung, einem Inlay oder Onlay noch repariert werden zu können. Eine Alternative zur Vollkrone kann die Teilkrone sein. Ist der Zahn zu tief zerstört oder bereits locker, kann es sinnvoller sein, ihn ziehen und komplett ersetzen zu lassen, etwa durch eine Brücke oder ein Implantat.

Wer die Überkronung gesunder Zähne aus rein ästhetischen Gründen in Erwägung zieht, sollte sich beim Zahnarzt über Veneers oder Lumineers beraten lassen, da diese Verblendschalen ohne oder mit minimalem Verlust von Zahnsubstanz angebracht werden können.


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